Eine Infografik, um über den Paradigmenwechsel nachzudenken

Kommunalistische Soziale Ökologie: Von außen auferlegte Institutionen versus Selbstinstitution der Gesellschaft

Wir führen heute ein neues Format ein: die Infografik. Dieses erste visuelle Medium soll einen zusammenfassenden Einstieg in das theoretische und politische Projekt des Ateliers bieten – die kommunistische Sozialökologie –, das als Paradigmenwechsel gedacht ist: weg von der Heteronomie der von oben auferlegten Institutionen hin zur demokratischen Selbstinstitution der Gesellschaft durch sich selbst.

Was die Infografik zeigt

Das Schema ist in konzentrischen Kreisen aufgebaut. Der äußere Ring listet die großen Herrschaftslogiken auf, die das derzeitige System strukturieren und reproduzieren – Verstaatlichung, Kolonialität, Patriarchat, Wert, Ware, abstrakte Arbeit, Geld, Kapital, grenzenlose Akkumulation, Systemkrisen, Fetischismus – und zwei seitliche Ketten verdeutlichen deren logischen Ableitungsweg, von der anfänglichen Trennung zwischen Natur und Gesellschaft bis hin zu den verallgemeinerten Herrschaftsformen.

DerZwischenring und der zentrale Kreis stellen spiegelbildlich jene Institutionen und Praktiken dar, die die kommunalistische Sozialökologie in den Vordergrund rückt, um die Gesellschaft auf andere Grundlagen zu stellen: Volksversammlungen, imperatives Mandat, freie, konföderierte Kommunen, Nutzungsgemeinschaften, Kommunalisierung der Wirtschaft, direkte Demokratie, Nicht-Hierarchie, Ethik der Komplementarität. Eine zweite Kette, symmetrisch zur ersten, skizziert, wie dieser offene demokratische Horizont aussehen könnte – von der gegenseitigen Abhängigkeit bis hin zur individuellen und kollektiven Emanzipation.

Die übergreifenden Prinzipien, die das Ganze durchziehen – Autonomie, Solidarität und gegenseitige Hilfe, Ökologie, Vorwegnahme, Geselligkeit – erinnern daran, dass diese Logiken weder aufeinander folgen noch hierarchisch zueinander stehen: Sie sind miteinander verflochten und verstärken sich gegenseitig, genau wie die Alternativen, die ihnen entsprechen.

Die anerkannten Grenzen eines solchen Mediums

Eine Infografik fasst naturgemäß zusammen – sie belegt nichts. Jede hier in wenigen Stichworten verdichtete Kategorie entspricht komplexen theoretischen Debatten, präzisen konzeptuellen Genealogien (Bookchin, Castoriadis, Wertkritik, dekoloniale Denkansätze, Theorien der Commons…) und lang diskutierten Entscheidungen hinsichtlich des Vokabulars unter uns. Das visuelle Format, das durch den Platz und die Forderung nach sofortiger Lesbarkeit eingeschränkt ist, kann diese weder ausführen noch nuancieren, noch den Meinungsverschiedenheiten und inneren Spannungen gerecht werden, die auch unsere eigene kollektive Reflexion durchziehen.

Diese Infografik hat daher nicht den Anspruch, eine Frage abzuschließen oder als theoretischer Vortrag zu dienen: Sie ist vielmehr ein Einstiegspunkt, eine Einladung zur Neugierde und keine umfassende Zusammenfassung. Gewisse Vereinfachungen sind unvermeidlich – eine einzige Kategorie, wo eigentlich mehrere Texte nötig wären, ein Schlüsselbegriff, wo eine feine Unterscheidung angebracht wäre (wie etwa der Unterschied zwischen Konföderation und Föderation, der in einer Fußnote erläutert wird, aber allein schon einen eigenen Artikel erfordern würde).

Wir laden daher alle, die sich weiter mit dem Thema befassen möchten, ein, unser Manifest und die bereits auf der Website veröffentlichten thematischen Artikel zu lesen, die allein auf Dauer das entfalten können, was das Bild nur andeutet.

Ein Material zum Teilen

Diese Infografik, die auch für die Verbreitung in sozialen Netzwerken konzipiert wurde, ist eine Möglichkeit, den Dialog über unsere üblichen Leserkreise hinaus zu eröffnen. Zögert nicht, sie weiterzuverbreiten, zu kommentieren, uns eure Reaktionen mitzuteilen – und vor allem, die Diskussion direkt in den begleitenden Texten (Kommentarbereich) oder auf L’Agora, dem öffentlichen und frei zugänglichen Forum von Werkstaat fortzusetzen.


Weiterführende Artikel:

und natürlich viele weitere Artikel, die es auf dem „Atelier“ zu entdecken gibt.


Laden Sie diese Infografik je nach gewünschter Auflösung im Format 1080 x 1350 px herunter:

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