wenn wir jetzt endlich die Dinge selbst in die Hand nehmen würden?

Wie wäre es, wenn wir Schluss machen würden mit diesen politischen Parteien, die uns spalten, diesen parasitären Hierarchien, die auf unsere Kosten leben, diesen unverantwortlichen Regierungen, die die Probleme immer weiter verschärfen?

Wie wäre es, wenn wir Schluss machen würden mit diesem allgemeinen Konkurrenz, bei dem nur die skrupellosesten und egoistischsten Menschen Erfolg haben?

Wie wäre es, wenn wir Schluss machen würden mit den Grenzen und Mauern, die Menschen gegeneinander aufhetzen und sie zu Feinden oder Monstern machen?

Wie wäre es, wenn wir Schluss machen würden mit dieser zügellosen Ausbeutung der Erde und des Lebens, die uns geradewegs in die Katastrophe führt?

Wie wäre es, wenn wir, anstatt alles hinzunehmen, wieder anfangen würden, an uns selbst zu glauben? An unsere Fähigkeit, eine gemeinsame Welt wiederaufzubauen, in der jeder seinen Platz finden, in Würde leben und die Lebensfreude wiederfinden kann, die uns jeden Tag ein bisschen mehr entgleitet?

Dazu kann das kommunalistische Projekt beitragen. Nicht als ein von oben auferlegtes Programm, sondern als ein Weg, den wir gemeinsam beschreiten. Ein lebendiges Projekt, das von der Basis aus aufgebaut wird, in unseren Stadtteilen, unseren Dörfern, unseren Lebens- und Arbeitsorten.

Die erste Voraussetzung? Überall populäre Versammlungen (assemblées populaires, popular assemblies) einrichten. Räume, die für alle offen sind, in denen wir gemeinsam über das entscheiden, was uns direkt betrifft. In denen wir diskutieren, debattieren, träumen, handeln. In denen wir Solidarität aufbauen, Wissen und Ressourcen teilen, uns umeinander und um unsere gemeinsame Umwelt kümmern.

Diese Versammlungen würden nicht isoliert bleiben: Sie könnten sich vernetzen, sich gegenseitig helfen, sich zusammenschließen. Sie könnten ein horizontales Netzwerk bilden, einen lebendigen Föderalismus, der lokal verwurzelt, aber weltoffen ist. Keine Macht, die unterdrückt, sondern ein Netzwerk, das stärkt.

Versammlungen, die direktdemokratisch funktionieren und gleichzeitig einen möglichst breiten Konsens anstreben, damit Entscheidungen das Miteinander stärken, anstatt neue Spaltungen zu schaffen.

Lasst uns wieder lernen, miteinander zu leben und nicht gegeneinander: Das ist die erste Voraussetzung.

Der 10. September* könnte der Ausgangspunkt sein. Nicht nur ein Tag des Zorns, sondern ein Moment der Begegnung und der Entscheidung. Eine Gelegenheit, Slogans in Diskussionen, Diskussionen in Taten und Taten in konkrete Veränderungen zu verwandeln.

Wir brauchen keine Erlaubnis, um uns zu organisieren. Wir können sofort beginnen, dort, wo wir sind.

Nicht nur, um Nein zu dieser alten Welt zu sagen, sondern um mit dem Aufbau der nächsten zu beginnen:

Eine Welt, in der eine moralische und kommunale Wirtschaft den tatsächlichen Bedürfnissen entspricht, in der soziale Gerechtigkeit konkret ist, in der die Communotechnie befreit, in der alle Formen der Unterdrückung – Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus, Ableismus, Autoritarismus usw. – bekämpft werden. Eine Welt, in der gegenseitige Hilfe, Komplementarität und kollektive Intelligenz Wettbewerb und Entfremdung ersetzen.

Diese Bewegung wird das sein, was wir daraus machen. Aber wir wissen bereits, an welchen Leitlinien sie sich orientieren kann: Würde, Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Respekt vor dem Leben.

Lasst uns also ab dem 10. September* überall Volksversammlungen ins Leben rufen.

Es lebe die Kommune! Es lebe die direkte Demokratie!


* Für den 10.September 2025 hat die Bewegung «Bloquons Tout» („Wir blockieren alles“) einen Streik angekündigt, bzw. „ein totales Anhalten des Landes“ («un arrêt total du pays»).

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